Statistik und Wahrheit

Manchmal muss man eben ein bisschen tiefer bohren.

Es gibt kleine Lügen, große Lügen...

Studiengebühren seien Studienbremsen, meinte SPD-Bildungsexperte Rudolf Dreßler am 29.11.2009 bei Anne Will und berief sich auf eine aktuelle Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH). Studierende würden abgeschreckt oder zumindest in gebührenfreie Bundesländer abwandern. Wirklich? Im Kleingedruckten der Studie steht das Gegenteil, und mit ein bisschen Kopfrechnen wären auch die Rechenfehler in der Studie aufgefallen.

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Sahra Wagenknecht empörte sich ein paar Wochen später, die Steuerhinterziehung beliefe sich auf 30 Milliarden im Jahr, darum müsse man das Bankgeheimnis lockern. Dumm, dass die Zahl in ihrer Quelle sich auf Drogenhandel und Terrorfinanzierung bezog und nicht auf Schweizer Konten. Sind es dann eher 400 bis 500 Millionen Steuerhinterziehung bei zwei bis drei im Ausland gebunkerten Milliarden, wie Heiner Geißler glaubte - ohne zu bedenken, dass seine Schätzung nur bei einem jährlichen Zinssatz von 80-100% funktioniert?

Kienbaum Management Consulting schrieb in der Pressemeldung 7/2010, Geld sei bei der Arbeitgeberwahl nicht mehr so wichtig - denn das Gehalt spiele in der Absolventenstudie 2009 nur noch für 31% der Befragten eine entscheidende Rolle und nicht mehr für 78% wie noch 2008. Übersehen wurde dabei: Zwei unterschiedliche Fragestellungen führen zum Vergleich von "Äpfeln und Birnen". Schauen wir auf die Rangfolge der Kriterien, so ist die Vergütung sogar wichtiger geworden.

... und Statistiken?

Peinlich, aber das muss nicht passieren. Wir von STAT-UP liefern Ihnen verlässliche Zahlen oder nehmen die, die Sie schon recherchiert haben. Was wir anders machen: Wir sagen Ihnen, wie Sie diese Zahlen lesen dürfen und wie nicht. Unser Informationsservice legt den Schwerpunkt auf die Interpretation und kontextuelle Einordnung von Statistiken. Denn wir sind überzeugt: Statistik und Wahrheit ist kein Widerspruch.

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