Stat-Up News

Was hat sich getan in der Welt von Stat-Up? Hier finden Sie alle Neuigkeiten: Statistikgespräche, unsere Meinung zu reißerischen Studien und spannende neue Projekte.

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"Stadt, Land, Daten? Digitalisierung bedeutet: Wissen steht in bisher ungeahntem Umfang zur Verfügung. Daten lassen sich auf neuartige Weise sammeln, verknüpfen und auswerten. Damit verändern sich Kommunikations- und Entscheidungsprozesse in Städten und Stadtforschung. Ob und wie Gamification, Wikis, Prognosemärkte & Co. neues Wissen für die Stadt schaffen können, untersucht diese ExWoSt-Studie."

Details wie die ausführliche Darstellung von Ziel und Konzept der Studie finden Sie auf der Internetseite des Auftraggebers BBSR (Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung).

Schematische Darstellung des geplanten Vorgehens in der ExWoSt-Studie: "Smart Cities - Gamification, Prognosemärkte, Wikis & Co: Neues Wissen für die Stadt"

 

Gemeinsam mit Studio|Stadt|Region, der Urban Progress GmbH und dem Lehrstuhl für Raumentwicklung der Technischen Universität München führt STAT-UP diese Studie im Rahmen des Forschungsprogramms ExWoSt (Experimenteller Wohnungs- und Städtebau) durch.

In den USA gibt es seit 1966 den Equal Pay Day. Dieser Tag markiert symbolisch, bis zu welchem Tag die Frauen unentgeltlich arbeiten müssten, wenn sie für den Rest des Jahres denselben Lohn wie Männer bekommen würden. In Deutschland wurde dieser Tag 2008 ebenfalls ins Leben gerufen. Und leider ist er erstaunlich weit von Neujahr weg: Dieses Jahr wäre es erst am Ende des ersten Jahresquartals am 20. März gewesen.

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In Zahlen beträgt dieser Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen 22% und ist damit praktisch derselbe Wert wie vor zehn Jahren. Im Schnitt verdienen bundesweit Frauen pro Stunde 15,83€; Männer dagegen 20,20€. Auf dem ersten Blick wirkt da der Osten bezüglich Geschlechtergerechtigkeit weitaus fortschrittlicher: Während westdeutsche Frauen 23% weniger verdienen, sind es hier nur 9%.

Nun wird häufig eingewandt, dass diese Zahl irreführend ist, da sie die unterschiedlichen Qualifikationen von Männern und Frauen nicht berücksichtigt. Diese sind im Osten eben homogener. Berücksichtigt man diesen Faktor, kommt man zur bereinigten Einkommenslücke. Damit kommt man deutschlandweit auf einen recht ähnlichen Wert von etwa 7%. Das wirkt zwar deutlich niedriger, aber im internationalen Vergleich ist Deutschland damit zusammen mit Tschechien, Österreich und Estland ganz hinten.

Es gibt auch deutliche Unterschiede zwischen den Branchen: In freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen, bei Banken und Versicherungen sowie im verarbeitenden Gewerbe ist die Einkommenslücke besonders groß, während sie beispielsweise in der Wasserversorgung oder im Verkehrs- und Lagerwesen relativ niedrig ist.

Man könnte nun versuchen, den Hauptunterschied nicht im Geschlecht, sondern in der eigenen Verhandlungsfähigkeit um das Gehalt zu suchen. Tatsächlich lassen sich laut Studien 15% der Einkommensdifferenz durch unterschiedliche Persönlichkeitsmerkmale erklären. Und Frauen verhandeln tatsächlich anders als Männer. Und zwar insbesondere, wenn sie alleine sind, wie es eben bei Gehaltsverhandlungen meist der Fall ist. Bei Frauen korreliert eine hohe Verträglichkeit negativ mit dem Einkommen. Laut einer anderen Studie hat dies jedoch nicht mit angeborenen Eigenschaften, sondern eben primär mit der geschlechtsspezifischen Sozialisation zu tun.

Nun könnte man annehmen, durch Tarifverträge würde dieser Faktor keine Rolle mehr spielen. Doch gerade für Führungsposition außerhalb des tariflichen Bereichs gilt dies eben nicht mehr. Zwar verringert sich mit einem immer höheren Ausbildungsniveau der Frauen die Lücke, aber insgesamt ist die Lohndifferenz in diesem Bereich am höchsten. Eine bedeutende Rolle spielt auch die Berufswahl: Frauen arbeiten häufiger in niedrig entlohnten Branchen wie sozialen oder personennahen Dienstleistungen. Und studieren eben auch häufiger Fächer mit niedrigeren Verdienstmöglichkeiten. Und wenn sie nach der Mutterzeit wieder arbeiten, eben häufiger in schlechter bezahlten Teilzeit – und Minijobs. Oft auch unfreiwillig.

Man kann das Blatt also insgesamt drehen und wenden, wie man will: Die tatsächlich existierende Geschlechterungerechtigkeit lässt sich nicht herausrechnen. Wir sind immer noch geprägt von Rollenstereotypen und geschlechtsspezifischen Zuschreibungen. Und unterscheiden zwischen „Frauen-“ und „Männerberufen“. Auch dies ist ein Grund, warum Frauen in Führungspositionen, Stichwort „Gläserne Decke“, nach wie vor unterrepräsentiert sind.

Diese und weitere Zahlen enthält ein Radiobeitrag, den Sie hier (geschnitten) oder auf DRadio Wissen nachhören können.

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Zeit, nach 25 Jahren Bilanz zu ziehen: Geht aus statistischer Sicht immer noch ein merkbarer Graben zwischen beide Landesteile Deutschlands, oder ist die Wiedervereinigung bereits erfolgreich abgeschlossen?

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Hinsichtlich der Gehälter ist der Unterschied weiterhin beträchtlich: Ostdeutsche Arbeitnehmer verdienen im Schnitt jährlich 27.000€ und damit ganze 8.000€ weniger als ihre westdeutschen Landsleute. Ein Teil davon lässt sich durch eine unterschiedliche Wirtschaftsstruktur erklären – im Osten arbeiten mehr Menschen in kleinen und mittleren Betrieben. Doch es gibt auch insgesamt kaum einen Beruf, in dem nicht die Westdeutschen mehr verdienen. Bei Chefärzten sind es monatlich im Schnitt nur 200€ Unterschied, während die ostdeutschen Krankenpfleger mit ganzen 500€ und Steuerberater sogar mit 1000€ weniger auskommen müssen. Werksleiter verdienen im ehemaligen Arbeiter- und Bauern-Staat dagegen sogar im Schnitt 200€ mehr.

Teilweise wird dies dadurch ausgeglichen, dass der Wohnraum im Osten im Schnitt günstiger ist. Dass München mit Durchschnittsmieten von 10-15€ pro Quadratmeter ganz oben liegt, dürfte weithin bekannt sein. In ostdeutschen Städten, aber auch im Saarland, ist man mitunter schon mit einem Drittel dabei. Doch trotz dieses Unterschiedes bleibt den Westdeutschen insgesamt mehr in der Tasche. Nicht jede westdeutsche Stadt hat so extrem hohe Lebenshaltungskosten wie München und das durchschnittliche Vermögen beträgt hier 150.000€ ungefähr das Doppelte des Ostens.

In der Schulbildung haben die neuen Bundesländer mitunter sogar die Nase vorn: Der Anteil an Abiturienten ist mit 31% zwar um fünf Prozentpunkte niedriger als im Westen, aber in der Pisa-Studie schneiden ostdeutsche Schüler besser ab. Nur gibt es davon insgesamt zunehmend weniger, was auch die Universitäten betrifft: Diese haben daher in den letzten Jahren vermehrt Kampagnen gestartet, um Studienanfänger aus dem Westen für sich zu gewinnen – mit zunehmenden Erfolg. Mittlerweile ist ein Drittel der Studenten an ostdeutschen Hochschulen aus dem Westen. Doch nicht nur hier, sondern für ganz Deutschland gilt: Es sind vor allem bestimmte Universitäten im Osten und im Westen, die viele Studenten anziehen. Und nicht nur im Osten locken attraktive Studiengänge durch einen fehlenden Numerus Clausus – so etwas gibt es auch in der bayerischen Provinz.

Während jedoch bei bestimmten Indikatoren wie dem Anteil registrierter Gewalttaten mit rechtsextremen Hintergrund der Graben tatsächlich zwischen Ost und West verläuft, sieht es beispielsweise bei der Versorgung mit schnellem Internet anders aus: Hier liegen der Süden und der Westen Deutschlands vorn, während es innerhalb Ostdeutschlands einen „Breitband-Korridor“ von Westsachsen bis zur Ostsee gibt. Schaut man nur auf die Statistik, bekommt man viel mehr mitunter das Gefühl, der Ost-/West-Unterschied sei durch ein Nord-/Süd-Gefälle ersetzt werden. Was Kriminalität, Bildung, Arbeitsmarkt und öffentliche Finanzen angeht, sind im deutschlandweiten Vergleich und sogar nur innerhalb des Ostens die südlichen Bundesländer besser aufgestellt als die nördlichen.

Von überall in Deutschland können Sie hier oder auf DRadio Wissen auf unseren Radiobeitrag zum Thema gleichermaßen zugreifen.

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Statistiken sollen solide sein, aber sie können sich auch auf hauchdünne Angelegenheiten beziehen. Beispielsweise auf unsere Haare. Oder auf das meist noch schwerer Greifbare, nämlich das Geld, welches mit unseren Haaren verdient wird.

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Gamification, Prognosemärkte, Wikis & Co.: Neues Wissen für die Stadt

Das Team von STAT-UP, STUDIO | STADT | REGION, Lehrstuhl für Raumentwicklung der TU München und Urban Progress, München gewinnt die Ausschreibung zu dem Forschungsprojekt "Gamification, Prognosemärkte, Wikis & Co: Neues Wissen für die Stadt?" Das Projekt ist Teil des Forschungsprogramms Experimenteller Wohnungs- und Städtebau Smart Cities des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).

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Gesellschaftliche Folgeschäden von Statistical Illiteracy

Statistik ist ein Mittel zur Entscheidungsfindung unter Unsicherheit. (C. R. Rao, 1997)

Analytics = the scientific process of transforming data into insight for making better decisions (Institute for Operations Research and the Management Sciences INFORMS, 2014)

Konferenzbeitrag von Katharina Schüller

„The sexy job in the next ten years will be statisticians“, behauptete Hal Varian, der Chefökonom von Google, im Jahr 2009. In einer Informationsgesellschaft spricht man gerne von Analytics oder Data Science, mit der Begründung, da ginge es nicht bloß um Statistik, sondern vielmehr um Algorithmen, um Informatik, um Machine Learning und vor allem: um richtig große Datenmengen. Um Big Data. Ich will mich nicht aufhalten damit, die Vorstellung zu korrigieren, Statistik beschränke sich auf das Berechnen von Mittelwerten aus 30 Beobachtungen oder auf das Nachschlagen von Normalverteilungsquantilen in dicken, verstaubten Tabellenwerken. Vielmehr interessiert mich die Frage, welche Erwartung durch Analytics, das „neue Kleid“ der Statistik, geweckt wird und warum diese Erwartung nicht nur falsch, sondern sogar schädlich ist.

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Seit September diesen Jahres müssen Unternehmen in Deutschland Strategien vorlegen, wie der Frauenanteil in den Führungspositionen erhöht werden soll. Wenn auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen und nicht zuletzt der Politik das Geschlecht immer weniger eine Rolle zu spielen scheint: Betrachtet man die 200 größten Unternehmen hierzulande, könnte man meinen, wir wären noch tief im 20. Jahrhundert: Der Frauenanteil in den Aufsichtsräten liegt mittlerweile zwar bei immerhin 18%; in den Vorständen dagegen ist nur jede zwanzigste Person eine Frau.

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