Vor 50 Jahren hat jeder vierte Sohn den Beruf des Vaters und jede fünfte Tochter den ihrer Mutter ergriffen. Lang lang ist’s her. Die Eltern gelten heute viel seltener als Vorbild, zumindest wenn es um den Beruf geht. So wünscht sich heute jede fünfzehnte Schülerin und jeder neunte Schüler denselben Beruf wie Mutter oder Vater. Nun sei dazu gesagt, dass es damals beispielsweise deutlich mehr zu übernehmende elterliche Höfe oder Handwerksbetriebe als heute gab. Andere Berufe waren dagegen unbekannt, etwa jener des Social Media Managers. Ärzte und Lehrer gibt es aber noch. Und diese Berufe sind immer noch prädestiniert dafür, vererbt zu werden. Rund ein Viertel aller Ärzte hatte schon einen Arzt als Elternteil. Das Bild der Ärztedynastie hat also durchaus eine gewisse Plausibilität.

Dynastien entwickeln auch manche Lehrerfamilien. Jeder fünfte Lehramts-Studierende sagt, dass die Mutter war Lehrerin und das berufliche Vorbild sei. Am Lehrer-Vater orientiert sich immerhin jeder siebte.

Der Familienbetrieb ist der klassische Motivator für Kinder, denselben Beruf wie die Eltern einzuschlagen. Allerdings ist unsicher, wie viele Kinder wirklich Lust haben, das Unternehmen fortzuführen. Nach einer Studie der Stiftung für Familienunternehmen will jedes zweite Kind das Unternehmen der Eltern übernehmen. Fast alle können sich nicht vorstellen, es zu verkaufen. Die Unternehmensberatung "Ernst & Young" kommt zu einem anderen Ergebnis: Nach ihrer Studie zum Thema kann sich nur jedes fünfte Kind innerhalb von fünf Jahren nach dem Studium vorstellen, Chef im Familienbetrieb zu werden.

Diese und weitere Zahlen können Sie und Ihre Familie hier und auf DRadio Wissen nachhören