Der vor einem Jahr vermutlich im Pazifik verschollene Linienflieger MH370, der über der Ukraine abgestürzte Flug MH17 und kürzlich die Germanwings-Katastrophe in Frankreich – leicht kann man den Eindruck bekommen, Flugzeugunglücke aus ganz verschiedenen Gründen erlebten gerade eine besondere Häufung. Und tatsächlich gab es vergangenes Jahr 970 Tote, während es 2013 nur 251 waren. Doch der Eindruck täuscht: Zum einen steigen die Passagierzahlen beständig an: Mit etwa 3,3 Milliarden Passagieren gab es im vergangenen Jahr 44% mehr als noch 2005; zum anderen ist auch das Risiko, bei einem Absturz zu sterben, stark rückläufig: Im Schnitt der vergangenen 20 Jahre lag er bei ca. 1:5 Millionen. Heute liegt er dagegen bei 1:20-30 Millionen. Ferner gilt es zu bedenken, dass den 970 Toten weltweit alleine 3.400 Verkehrstote für 2014 auf deutschen Straßen gegenüberstehen. Klar ist aber auch: Ein einzelnes Unglück mit einer dreistelligen Zahl an Toten dringt viel stärker in unser Bewusstsein als viele Einzelunfälle mit nur wenigen Todesopfern.

Die deutlich gestiegenen Passagierszahlen hängen sicherlich auch mit dem Aufkommen der Billig-Fluglinien zusammen. Sind diese unsicherer als die teuren Anbieter? Nein, in der Relation zwischen Todesopfern und Passagierszahlen erweisen sich beispielsweise Ryanair und EasyJet als zwei der sichersten Fluglinien weltweit.

Die unsicherste Phase beim Flug liegt übrigens gar nicht in der Luft: 30% der Todesfälle geschehen beim Start, gefolgt von der Landung. Dies macht jedoch den deutlich geringsten Zeitanteil des Fluges aus.

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