Gewalt gegen Flüchtlinge als ein typisch ostdeutsches Problem? In der Tat gab es in Sachsen vergangenes Jahr die meisten Übergriffe auf Flüchtlinge oder deren Behausungen, doch darauf folgen Bayern und Nordrhein-Westfalen. In Bremen, im Saarland und Schleswig-Holstein gab es dagegen zumindest keinen dokumentierten Angriff.

Und trotz massiv gestiegener Flüchtlingszahlen steigt die Zahl der Übergriffe noch stärker an: Erstere verdreifachten sich zwischen 2012 und 2014 von 77.000 auf 200.000, während letztere sogar auf das mehr als sechsfache (24 zu 153) anstiegen.

Gibt es dabei deutliche Kausalitäten zwischen den Zahlen der Übergriffe und besonders vielen oder besonders wenigen Flüchtlingen in einem Bundesland? Die Statistiken geben weder das eine, noch das andere her. Und bisher in diesem Jahr ist der Trend der Übergriffe sogar wieder leicht rückläufig. Ob das dann mit einem Abbau von Vorurteilen zu tun hat, lässt sich jedoch selbst ebenfalls nicht statistisch beweisen.

Auch Stadt-/Land-Unterschiede lassen sich nicht wirklich feststellen. Die Übergriffe finden jedoch vor allem dort statt, wo bereits Flüchtlinge wohnen oder Flüchtlingsheime geplant sind. Dafür lässt sich ein statistischer Zusammenhang mit der Aktivität von Pegida nachweisen – die Reihenfolge der vier Länder mit den meisten Übergriffen entspricht jener der meisten Pegida-Demos. Und auch zeitlich fiel zum Jahresbeginn eine Häufung der Übergriffe mit den Hochzeiten der Demonstrationen zusammen.

Diese und weitere Zahlen wurden in einem Radiobeitrag zusammengefasst, den Sie hier und auf DRadio Wissen nachlesen können.