Stat-Up News

Was hat sich getan in der Welt von Stat-Up? Hier finden Sie alle Neuigkeiten: Statistikgespräche, unsere Meinung zu reißerischen Studien und spannende neue Projekte.

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  • Welche Projekte hat STAT-UP abgeschlossen, welche an Land gezogen, wo kann man Katharina Schüller live erleben?
  • Im Statistik-Blog schreiben wir über spannende Erkenntnisse, überraschende Entdeckungen und schrecklich falsche Interpretationen.
  • Genauso unterhaltsam sind die Radiosendungen auf DRadio Wissen und anderen Sendern.
  • Suchen sie nur eine bestimmte Sendung zum Nachhören zu Hause? Finden Sie sie im Archiv des Statistikgesprächs.
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Gewalt gegen Flüchtlinge als ein typisch ostdeutsches Problem? In der Tat gab es in Sachsen vergangenes Jahr die meisten Übergriffe auf Flüchtlinge oder deren Behausungen, doch darauf folgen Bayern und Nordrhein-Westfalen. In Bremen, im Saarland und Schleswig-Holstein gab es dagegen zumindest keinen dokumentierten Angriff.

Und trotz massiv gestiegener Flüchtlingszahlen steigt die Zahl der Übergriffe noch stärker an: Erstere verdreifachten sich zwischen 2012 und 2014 von 77.000 auf 200.000, während letztere sogar auf das mehr als sechsfache (24 zu 153) anstiegen.

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Gibt es dabei deutliche Kausalitäten zwischen den Zahlen der Übergriffe und besonders vielen oder besonders wenigen Flüchtlingen in einem Bundesland? Die Statistiken geben weder das eine, noch das andere her. Und bisher in diesem Jahr ist der Trend der Übergriffe sogar wieder leicht rückläufig. Ob das dann mit einem Abbau von Vorurteilen zu tun hat, lässt sich jedoch selbst ebenfalls nicht statistisch beweisen.

Auch Stadt-/Land-Unterschiede lassen sich nicht wirklich feststellen. Die Übergriffe finden jedoch vor allem dort statt, wo bereits Flüchtlinge wohnen oder Flüchtlingsheime geplant sind. Dafür lässt sich ein statistischer Zusammenhang mit der Aktivität von Pegida nachweisen – die Reihenfolge der vier Länder mit den meisten Übergriffen entspricht jener der meisten Pegida-Demos. Und auch zeitlich fiel zum Jahresbeginn eine Häufung der Übergriffe mit den Hochzeiten der Demonstrationen zusammen.

Diese und weitere Zahlen wurden in einem Radiobeitrag zusammengefasst, den Sie hier und auf DRadio Wissen nachlesen können.

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278 Milliarden Euro Entschädigung für die Geschehnisse im Zweiten Weltkrieg fordern griechische Politiker von Deutschland – zufälligerweise gerade zur Zeit klammer griechischer Kassen. Mal angenommen, wir würden uns dazu bereit erklären: Hätten wir dieses Geld einmal eben über oder wie könnten wir es erhalten?

In der Tat existiert ein Entschädigungsfond für Opfer der NS-Zeit mit einer Gesamtauszahlung von bislang 70 Milliarden Euro, wovon Griechenland 115 Millionen erhalten hat. Doch dieser wäre momentan keine große Hilfe: Er schreibt mit -2 Milliarden Euro gerade selbst negative Zahlen. Auch das Sondervermögen des Bundes wäre mit 231,1 Milliarden Euro nicht ausreichend.

Natürlich könnten auch wir zusätzliche Schulden dafür aufnehmen. Doch damit würde die Verschuldung des Bundes von 78% auf 88% des Bruttoinlandprodukts ansteigen. Das Ergebnis wäre wohl eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit, wie es kürzlich auch Österreich widerfahren ist.

Oder soll der Soli Ost durch einen Soli Hellas ergänzt werden? Ersterer bringt im Jahr rund 13 Milliarden Euro. Man wäre also mit einer Laufzeit von 22 Jahren dabei. Alternativ könnte auch jeder Deutsche einmalig 6950 Euro von der Bank abheben. Oder wir streichen Subventionen und Steuervergünstigen: Mit dem Abbau der 20 größten Steuervergünstigungen könnten ebenfalls 20 Milliarden Euro zusätzliche Steuern dem Solidaritätsfond zugeschlagen werden. Oder wir verzichten beispielsweise auf steuerfreie Schichtzuschläge und Ermäßigungen im ÖPNV.

Zuletzt könnten wir natürlich auch die Mehrwertsteuer um einige Punkte erhöhen. Mit einem Satz von 21% hätten wir das benötigte Geld in weniger als 14 Jahren zusammen. Griechische Spezialitäten wären wohl zumindest weiterhin bezahlbar: Ein griechischer Joghurt für 1,49 Euro würde um moderate 2 Cent ansteigen; die Flasche Ouzo für 8,99 Euro immerhin um 15 Cent.

Doch auch ohne diese ist unser Radiobeitrag mit weiteren Zahlen empfehlenswert, welchen Sie hier und auf DRadio Wissen nachlesen können. καλή διασκέδαση!

Der vor einem Jahr vermutlich im Pazifik verschollene Linienflieger MH370, der über der Ukraine abgestürzte Flug MH17 und kürzlich die Germanwings-Katastrophe in Frankreich – leicht kann man den Eindruck bekommen, Flugzeugunglücke aus ganz verschiedenen Gründen erlebten gerade eine besondere Häufung. Und tatsächlich gab es vergangenes Jahr 970 Tote, während es 2013 nur 251 waren. Doch der Eindruck täuscht: Zum einen steigen die Passagierzahlen beständig an: Mit etwa 3,3 Milliarden Passagieren gab es im vergangenen Jahr 44% mehr als noch 2005; zum anderen ist auch das Risiko, bei einem Absturz zu sterben, stark rückläufig: Im Schnitt der vergangenen 20 Jahre lag er bei ca. 1:5 Millionen. Heute liegt er dagegen bei 1:20-30 Millionen. Ferner gilt es zu bedenken, dass den 970 Toten weltweit alleine 3.400 Verkehrstote für 2014 auf deutschen Straßen gegenüberstehen. Klar ist aber auch: Ein einzelnes Unglück mit einer dreistelligen Zahl an Toten dringt viel stärker in unser Bewusstsein als viele Einzelunfälle mit nur wenigen Todesopfern.

Die deutlich gestiegenen Passagierszahlen hängen sicherlich auch mit dem Aufkommen der Billig-Fluglinien zusammen. Sind diese unsicherer als die teuren Anbieter? Nein, in der Relation zwischen Todesopfern und Passagierszahlen erweisen sich beispielsweise Ryanair und EasyJet als zwei der sichersten Fluglinien weltweit.

Die unsicherste Phase beim Flug liegt übrigens gar nicht in der Luft: 30% der Todesfälle geschehen beim Start, gefolgt von der Landung. Dies macht jedoch den deutlich geringsten Zeitanteil des Fluges aus.

Nachhören können Sie den Beitrag hier und auf DRadio Wissen.

Vor 50 Jahren hat jeder vierte Sohn den Beruf des Vaters und jede fünfte Tochter den ihrer Mutter ergriffen. Lang lang ist’s her. Die Eltern gelten heute viel seltener als Vorbild, zumindest wenn es um den Beruf geht. So wünscht sich heute jede fünfzehnte Schülerin und jeder neunte Schüler denselben Beruf wie Mutter oder Vater. Nun sei dazu gesagt, dass es damals beispielsweise deutlich mehr zu übernehmende elterliche Höfe oder Handwerksbetriebe als heute gab. Andere Berufe waren dagegen unbekannt, etwa jener des Social Media Managers. Ärzte und Lehrer gibt es aber noch. Und diese Berufe sind immer noch prädestiniert dafür, vererbt zu werden. Rund ein Viertel aller Ärzte hatte schon einen Arzt als Elternteil. Das Bild der Ärztedynastie hat also durchaus eine gewisse Plausibilität.

Dynastien entwickeln auch manche Lehrerfamilien. Jeder fünfte Lehramts-Studierende sagt, dass die Mutter war Lehrerin und das berufliche Vorbild sei. Am Lehrer-Vater orientiert sich immerhin jeder siebte.

Der Familienbetrieb ist der klassische Motivator für Kinder, denselben Beruf wie die Eltern einzuschlagen. Allerdings ist unsicher, wie viele Kinder wirklich Lust haben, das Unternehmen fortzuführen. Nach einer Studie der Stiftung für Familienunternehmen will jedes zweite Kind das Unternehmen der Eltern übernehmen. Fast alle können sich nicht vorstellen, es zu verkaufen. Die Unternehmensberatung "Ernst & Young" kommt zu einem anderen Ergebnis: Nach ihrer Studie zum Thema kann sich nur jedes fünfte Kind innerhalb von fünf Jahren nach dem Studium vorstellen, Chef im Familienbetrieb zu werden.

Diese und weitere Zahlen können Sie und Ihre Familie hier und auf DRadio Wissen nachhören

Geld

Oxfam berichtet, dass schon 2016 die reichsten 1% der Weltbevölkerung mehr besitzen werden als die anderen 99% zusammengenommen.

Stimmt das? Und ergibt der Vergleich überhaupt Sinn? Wie reich sind die Deutschen und warum sorgt sich Oxfam um das Wohl von gescheiterten Hedgefund Managern? Die Antworten finden sich im neuen Statistikgespräch

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Ob Karneval, Fasching oder Fasnacht – Das närrische Treiben ist ein richtig dickes Geschäft. Zur Karnevals-Hochzeit geben die Deutschen 1,4 Milliarden Euro für den ganzen Trubel aus. Allein in Köln geht es um 460 Millionen Euro.

Und die Süßwarenindustrie hat auch was davon. Allein beim Kölner Rosenmontagszug werden unters bunte Volk gebracht:

  • 330 Tonnen Bonbons
  • 700.000 Schokoladentafeln
  • 220.000 Pralinenschachteln

Doch nicht nur die Produzenten von Zuckerwerk und Spirituosen finden hier zusätzliche Absätze: Ganzjährig leben 3000 Unternehmen und 40.000 Mitarbeiter vom Karnevalsgeschäft. Und zugute kommt ihnen die Konjunkturunabhängigkeit: Geht es den Leuten gut, feiern sie. Geht es ihnen schlecht, feiern sie erst recht.

Am meisten Karnevalsteilnehmer finden sich natürlich in Köln, wo vier von fünf Erwachsene mitfeiern. Und in NRW gibt es auch am wenigsten Karnevalsmuffel, nämlich 35%. In Berlin sind es dagegen ganze 60%. Und insgesamt ist jeder 30. Deutsche in einem Karnevalsverein.

Diese und andere Zahlen können Karnevalsnarren und -muffel hier und auf DRadio Wissen nachhören

Dr. Elmar Bourdon, Katharina Schüller und Prof. Dr. Wolf Stühlinger veröffentlichen im Journal 'Health Policy and Technology' den Artikel 'The Impact of Economic Recession on the Use of Treatment Technology for Peripheral Arterial Disease'.

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