Stat-Up News

Was hat sich getan in der Welt von Stat-Up? Hier finden Sie alle Neuigkeiten: Statistikgespräche, unsere Meinung zu reißerischen Studien und spannende neue Projekte.

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  • Welche Projekte hat STAT-UP abgeschlossen, welche an Land gezogen, wo kann man Katharina Schüller live erleben?
  • Im Statistik-Blog schreiben wir über spannende Erkenntnisse, überraschende Entdeckungen und schrecklich falsche Interpretationen.
  • Genauso unterhaltsam sind die Radiosendungen auf DRadio Wissen und anderen Sendern.
  • Suchen sie nur eine bestimmte Sendung zum Nachhören zu Hause? Finden Sie sie im Archiv des Statistikgesprächs.
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Wer es eilig hat, aber auf seine tägliche(n) Tasse(n) Kaffee nicht verzichten möchte, greift gerne zu einem Kaffe zum Mitnehmen, auch „Coffee-to-go“ genannt. Nur selten bringt man dabei seine eigene Tasse mit. Meist erhält man einen Pappbecher samt Plastikdeckel, der nach dem Genuss auch umgehend wieder im Mülleimer verschwindet. Dass dabei eine enorme Müllmenge entsteht, liegt auf der Hand. Laut der Verbraucherzentrale in Hamburg verwenden die Deutschen im Jahr 6,4 Milliarden Pappbecher samt Deckel, pro Kopf also 23 Becher. Und weltweit sollen bis 2013 23 Milliarden Becher verbraucht worden sein; Tendenz bis heute steigend.

Kann man solche Zahlen irgendwie visualisieren? Der „Stern" versuchte es mit dem Stand von 2013 in einem Artikel folgendermaßen: Nimmt man eine Höhe von 9cm (also 0,25l) pro Becher an, würden alle Becher aufeinandergestapelt eine Länge ergeben, mit der man den Erdball 57 Mal umrunden könnte. So lang, so gut....

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Lässt man den Faktor verschiedener Bechergrößen beiseite, kann man die Zahlen ja einmal nachrechnen. Die Becher direkt hintereinandergelegt, entstünde eine Kette von 2,07 Millionen Kilometer. Um den Äquator (40.075km) passt diese 51,6 Mal herum. Eine gewaltige Zahl, die aber einige Umrundungen von der obigen abweicht.

Man könnte aber auch annehmen, dass die Becher eigentlich nicht auf-, sondern ineinandergestapelt werden. Dann würde jeder Becher nur ca. einen halben Zentimeter aus dem unteren herausstehen. Diese Kette würde „nur“ noch knapp drei Mal um die Erde reichen.

Man sieht: „Aufeinandergestapelte Becher“ sind kein festes Maß und je nach gewünschter Wirkung kann man eine sehr hohe oder auch eine vergleichsweise niedrige Zahl erhalten.

Unser aktueller Beitrag auf DRadio Wissen erläutert dies und beantwortet darüber hinaus weitere Fragen, beispielsweise zum Trend des Kaffeekonsums der Deutschen und zur Frage, ob nun Pappbecher oder Keramikbecher besser für die Umwelt sind. Sie können ihn zuhause und unterwegs hier oder auf DRadio Wissen nachhören.

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Über hohe Steuerbelastungen klagen (fast) alle, doch wie viele Steuern nimmt der deutsche Staat eigentlich genau im Jahr ein? Die aktuellsten vollständigen Zahlen liegen uns für 2013 vor. Hier waren es 620 Milliarden Euro, also pro Bundesbürger ungeachtet des Alters 7.600 Euro. Am meisten machen mit 260 Milliarden Lohn- und Einkommenssteuer aus; gefolgt von der Mehrwertsteuer mit knapp 200 Milliarden. Durch die Alkopop-Steuer nimmt der Staat dagegen ganze 2 Millionen ein. Wie viel ist das nun im internationalen Vergleich?

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Die Steuersumme entspricht 21% des BIP (2.800 Mrd. Euro). Laut dem Bundesfinanzminsterium liegt Deutschland damit unter Staaten wie Frankreich, Italien und sogar dem als eher neoliberal geltenden Großbritannien, bei denen diese jeweils zwischen 26 und 29% liegt. Ganz besonders gebeutelt werden demnach die Dänen, welche mit 47% des BIP mehr als die doppelte Steuerbelastung der Deutschen ertragen müssen. Als Quelle dieser Zahlen dient die OECD. Das klingt soweit ganz schön und sollte eigentlich dazu anregen, weniger über hohe Steuerbelastungen zu klagen. Doch wie kommt es dann, dass eben jene OECD zu einer ganz anderen Zahl für Deutschland, nämlich 36,7% kommt? Das sind stolze 75% mehr als die Zahlen des Finanzministeriums.

Die Lösung ergibt sich, wenn man dazurechnet, dass in Deutschland große Teile des Sozial- und Rentensystems nicht steuer-, sondern versicherungsfinanziert sind. In Dänemark beispielsweise liegt dagegen ersteres vor. Ob ein bestimmter Prozentsatz des monatlichen Einkommens nun im Topf „Rentensteuer“ oder „Rentenversicherung“ landet, macht für den Einzelnen natürlich keinen Unterschied. Aber das Bundesfinanzministerium kommt so zu einer höchst wohlklingenden Zahl.

Hier bestätigt sich wieder einmal, wie kritisch man mit Statistiken – zumal aus Quellen, die sehr an positiven Zahlen interessiert sind - umgehen sollte.

Unser aktueller Beitrag auf DRadio Wissen geht dabei auch noch auf weitere Fragen ein: Würde es sich lohnen, die Steuerabgaben von jedem selbst festlegen zu lassen und dafür große Teile der Steuerbehörden zu entlassen? Wer hierauf eine Antwort haben möchte, kann den Ausschnitt der Sendung hier oder auf DRadio Wissen (Minute 10:16 – 15:30) steuerfrei anhören.

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Gewalt gegen Flüchtlinge als ein typisch ostdeutsches Problem? In der Tat gab es in Sachsen vergangenes Jahr die meisten Übergriffe auf Flüchtlinge oder deren Behausungen, doch darauf folgen Bayern und Nordrhein-Westfalen. In Bremen, im Saarland und Schleswig-Holstein gab es dagegen zumindest keinen dokumentierten Angriff.

Und trotz massiv gestiegener Flüchtlingszahlen steigt die Zahl der Übergriffe noch stärker an: Erstere verdreifachten sich zwischen 2012 und 2014 von 77.000 auf 200.000, während letztere sogar auf das mehr als sechsfache (24 zu 153) anstiegen.

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Gibt es dabei deutliche Kausalitäten zwischen den Zahlen der Übergriffe und besonders vielen oder besonders wenigen Flüchtlingen in einem Bundesland? Die Statistiken geben weder das eine, noch das andere her. Und bisher in diesem Jahr ist der Trend der Übergriffe sogar wieder leicht rückläufig. Ob das dann mit einem Abbau von Vorurteilen zu tun hat, lässt sich jedoch selbst ebenfalls nicht statistisch beweisen.

Auch Stadt-/Land-Unterschiede lassen sich nicht wirklich feststellen. Die Übergriffe finden jedoch vor allem dort statt, wo bereits Flüchtlinge wohnen oder Flüchtlingsheime geplant sind. Dafür lässt sich ein statistischer Zusammenhang mit der Aktivität von Pegida nachweisen – die Reihenfolge der vier Länder mit den meisten Übergriffen entspricht jener der meisten Pegida-Demos. Und auch zeitlich fiel zum Jahresbeginn eine Häufung der Übergriffe mit den Hochzeiten der Demonstrationen zusammen.

Diese und weitere Zahlen wurden in einem Radiobeitrag zusammengefasst, den Sie hier und auf DRadio Wissen nachlesen können.

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278 Milliarden Euro Entschädigung für die Geschehnisse im Zweiten Weltkrieg fordern griechische Politiker von Deutschland – zufälligerweise gerade zur Zeit klammer griechischer Kassen. Mal angenommen, wir würden uns dazu bereit erklären: Hätten wir dieses Geld einmal eben über oder wie könnten wir es erhalten?

In der Tat existiert ein Entschädigungsfond für Opfer der NS-Zeit mit einer Gesamtauszahlung von bislang 70 Milliarden Euro, wovon Griechenland 115 Millionen erhalten hat. Doch dieser wäre momentan keine große Hilfe: Er schreibt mit -2 Milliarden Euro gerade selbst negative Zahlen. Auch das Sondervermögen des Bundes wäre mit 231,1 Milliarden Euro nicht ausreichend.

Natürlich könnten auch wir zusätzliche Schulden dafür aufnehmen. Doch damit würde die Verschuldung des Bundes von 78% auf 88% des Bruttoinlandprodukts ansteigen. Das Ergebnis wäre wohl eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit, wie es kürzlich auch Österreich widerfahren ist.

Oder soll der Soli Ost durch einen Soli Hellas ergänzt werden? Ersterer bringt im Jahr rund 13 Milliarden Euro. Man wäre also mit einer Laufzeit von 22 Jahren dabei. Alternativ könnte auch jeder Deutsche einmalig 6950 Euro von der Bank abheben. Oder wir streichen Subventionen und Steuervergünstigen: Mit dem Abbau der 20 größten Steuervergünstigungen könnten ebenfalls 20 Milliarden Euro zusätzliche Steuern dem Solidaritätsfond zugeschlagen werden. Oder wir verzichten beispielsweise auf steuerfreie Schichtzuschläge und Ermäßigungen im ÖPNV.

Zuletzt könnten wir natürlich auch die Mehrwertsteuer um einige Punkte erhöhen. Mit einem Satz von 21% hätten wir das benötigte Geld in weniger als 14 Jahren zusammen. Griechische Spezialitäten wären wohl zumindest weiterhin bezahlbar: Ein griechischer Joghurt für 1,49 Euro würde um moderate 2 Cent ansteigen; die Flasche Ouzo für 8,99 Euro immerhin um 15 Cent.

Doch auch ohne diese ist unser Radiobeitrag mit weiteren Zahlen empfehlenswert, welchen Sie hier und auf DRadio Wissen nachlesen können. καλή διασκέδαση!

Vor 50 Jahren hat jeder vierte Sohn den Beruf des Vaters und jede fünfte Tochter den ihrer Mutter ergriffen. Lang lang ist’s her. Die Eltern gelten heute viel seltener als Vorbild, zumindest wenn es um den Beruf geht. So wünscht sich heute jede fünfzehnte Schülerin und jeder neunte Schüler denselben Beruf wie Mutter oder Vater. Nun sei dazu gesagt, dass es damals beispielsweise deutlich mehr zu übernehmende elterliche Höfe oder Handwerksbetriebe als heute gab. Andere Berufe waren dagegen unbekannt, etwa jener des Social Media Managers. Ärzte und Lehrer gibt es aber noch. Und diese Berufe sind immer noch prädestiniert dafür, vererbt zu werden. Rund ein Viertel aller Ärzte hatte schon einen Arzt als Elternteil. Das Bild der Ärztedynastie hat also durchaus eine gewisse Plausibilität.

Dynastien entwickeln auch manche Lehrerfamilien. Jeder fünfte Lehramts-Studierende sagt, dass die Mutter war Lehrerin und das berufliche Vorbild sei. Am Lehrer-Vater orientiert sich immerhin jeder siebte.

Der Familienbetrieb ist der klassische Motivator für Kinder, denselben Beruf wie die Eltern einzuschlagen. Allerdings ist unsicher, wie viele Kinder wirklich Lust haben, das Unternehmen fortzuführen. Nach einer Studie der Stiftung für Familienunternehmen will jedes zweite Kind das Unternehmen der Eltern übernehmen. Fast alle können sich nicht vorstellen, es zu verkaufen. Die Unternehmensberatung "Ernst & Young" kommt zu einem anderen Ergebnis: Nach ihrer Studie zum Thema kann sich nur jedes fünfte Kind innerhalb von fünf Jahren nach dem Studium vorstellen, Chef im Familienbetrieb zu werden.

Diese und weitere Zahlen können Sie und Ihre Familie hier und auf DRadio Wissen nachhören

Der vor einem Jahr vermutlich im Pazifik verschollene Linienflieger MH370, der über der Ukraine abgestürzte Flug MH17 und kürzlich die Germanwings-Katastrophe in Frankreich – leicht kann man den Eindruck bekommen, Flugzeugunglücke aus ganz verschiedenen Gründen erlebten gerade eine besondere Häufung. Und tatsächlich gab es vergangenes Jahr 970 Tote, während es 2013 nur 251 waren. Doch der Eindruck täuscht: Zum einen steigen die Passagierzahlen beständig an: Mit etwa 3,3 Milliarden Passagieren gab es im vergangenen Jahr 44% mehr als noch 2005; zum anderen ist auch das Risiko, bei einem Absturz zu sterben, stark rückläufig: Im Schnitt der vergangenen 20 Jahre lag er bei ca. 1:5 Millionen. Heute liegt er dagegen bei 1:20-30 Millionen. Ferner gilt es zu bedenken, dass den 970 Toten weltweit alleine 3.400 Verkehrstote für 2014 auf deutschen Straßen gegenüberstehen. Klar ist aber auch: Ein einzelnes Unglück mit einer dreistelligen Zahl an Toten dringt viel stärker in unser Bewusstsein als viele Einzelunfälle mit nur wenigen Todesopfern.

Die deutlich gestiegenen Passagierszahlen hängen sicherlich auch mit dem Aufkommen der Billig-Fluglinien zusammen. Sind diese unsicherer als die teuren Anbieter? Nein, in der Relation zwischen Todesopfern und Passagierszahlen erweisen sich beispielsweise Ryanair und EasyJet als zwei der sichersten Fluglinien weltweit.

Die unsicherste Phase beim Flug liegt übrigens gar nicht in der Luft: 30% der Todesfälle geschehen beim Start, gefolgt von der Landung. Dies macht jedoch den deutlich geringsten Zeitanteil des Fluges aus.

Nachhören können Sie den Beitrag hier und auf DRadio Wissen.

Ob Karneval, Fasching oder Fasnacht – Das närrische Treiben ist ein richtig dickes Geschäft. Zur Karnevals-Hochzeit geben die Deutschen 1,4 Milliarden Euro für den ganzen Trubel aus. Allein in Köln geht es um 460 Millionen Euro.

Und die Süßwarenindustrie hat auch was davon. Allein beim Kölner Rosenmontagszug werden unters bunte Volk gebracht:

  • 330 Tonnen Bonbons
  • 700.000 Schokoladentafeln
  • 220.000 Pralinenschachteln

Doch nicht nur die Produzenten von Zuckerwerk und Spirituosen finden hier zusätzliche Absätze: Ganzjährig leben 3000 Unternehmen und 40.000 Mitarbeiter vom Karnevalsgeschäft. Und zugute kommt ihnen die Konjunkturunabhängigkeit: Geht es den Leuten gut, feiern sie. Geht es ihnen schlecht, feiern sie erst recht.

Am meisten Karnevalsteilnehmer finden sich natürlich in Köln, wo vier von fünf Erwachsene mitfeiern. Und in NRW gibt es auch am wenigsten Karnevalsmuffel, nämlich 35%. In Berlin sind es dagegen ganze 60%. Und insgesamt ist jeder 30. Deutsche in einem Karnevalsverein.

Diese und andere Zahlen können Karnevalsnarren und -muffel hier und auf DRadio Wissen nachhören